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Deutscher Immobilien-Investmentmarkt erreicht zum Halbjahr 16,6 Mrd. Euro – Plus von 20 Prozent

Martin Polifke • 06/07/2026

Gewerbliche Immobilieninvestments steigen um 25 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro – Wohninvestments mit 4,1 Mrd. Euro leicht über Vorjahr – Regionale Entwicklung in den Top-7-Märkten sehr unterschiedlich

  • Gewerblicher Investmentmarkt mit höchstem Halbjahresvolumen seit vier Jahren
  • München als einziger Markt knapp an der 1 Mrd. Euro-Marke 
  • Düsseldorf verdoppelt Halbjahresvolumen gegenüber H1 2025 und ist klarer Top-Markt in Q2

Der Immobilien-Investmentmarkt in Deutschland hat das erste Halbjahr 2026 mit einem spürbaren Aufwärtstrend abgeschlossen. Nach Analysen von Cushman & Wakefield belief sich das kombinierte Transaktionsvolumen aus gewerblichen Immobilieninvestments und Wohninvestments in den ersten sechs Monaten auf insgesamt 16,6 Mrd. Euro. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht dies einem Plus von 20 Prozent. 

Den größten Anteil daran hatte der gewerbliche Bereich , der ein Transaktionsvolumen von 12,7 Mrd. Euro verzeichnete. Damit lag das Ergebnis um 25 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Zugleich markiert dies das höchste Volumen in einem ersten Halbjahr seit vier Jahren, auch wenn der Wert weiterhin rund 20 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt der jeweils fünf ersten Halbjahre 2021 – 2025 liegt. 

Der Wohninvestmentmarkt entwickelte sich ebenfalls positiv und schloss das erste Halbjahr mit 4,1 Mrd. Euro ab - ein Plus von 6 Prozent gegenüber H1 2025. 

Trotz der insgesamt positiven Marktentwicklung zeigt sich bei genauerer Betrachtung ein differenziertes Bild. Sowohl nach Nutzungsarten als auch regional bestehen deutliche Unterschiede. Besonders sichtbar wird dies in den deutschen Top-7-Investmentmärkten, die insgesamt zwar unter dem Vorjahresniveau lagen, im Einzelnen jedoch sehr unterschiedliche Entwicklungen verzeichneten.

Regionale Entwicklung: Düsseldorf mit starkem zweiten Quartal, München knapp vor Berlin 

Unter den Top-7-Märkten setzte sich München im ersten Halbjahr 2026 mit einem Transaktionsvolumen von 951 Mio. Euro an die Spitze. Damit lag die bayerische Landeshauptstadt rund 5 Prozent über dem Vorjahreswert. Auf Platz zwei folgte Berlin mit rund 800 Mio. Euro. 

Besonders dynamisch entwickelte sich Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt vereinte im ersten Halbjahr rund 775 Mio. Euro auf sich und verdoppelte damit ihr Transaktionsvolumen gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Im zweiten Quartal war Düsseldorf mit über 580 Mio. Euro sogar mit Abstand der stärkste Investmentmarkt in Deutschland. Das Quartalsvolumen entsprach einer Verdreifachung gegenüber Q1 2026. Zugleich entfiel damit rund ein Drittel des Transaktionsvolumens der Top 7 sowie mehr als 10 Prozent des bundesweiten Investmentvolumens im zweiten Quartal allein auf das Marktgebiet Düsseldorf. 

Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren mehrere großvolumige Einzeltransaktionen, darunter die mit Abstand größte Einzeltransaktion des Quartals bundesweit: der Erwerb des Dreischeibenhauses durch ein Konsortium um HIH Invest von Black Horse Investments. Zugleich profitierte Düsseldorf vom Verkauf des Logistikzentrums „The Tube“ auf dem ehemaligen Vallourec-Industriegelände, das Teil eines deutsch-niederländischen Logistikportfolios war. 

Logistikportfolio größte Transaktion des zweiten Quartals 

Während im ersten Quartal vor allem internationalen Healthcare-Portfoliotransaktionen den deutschen Investmentmarkt prägten, setzte im zweiten Quartal insbesondere ein Logistikportfolio einen deutlichen Akzent. Das Portfolio, bestehend aus vier Objekten, wurde von der Frasers REIT unter anderem von der Frasers Property erworben. Die Transaktion unterstreicht die anhaltende Attraktivität von Logistikimmobilien für institutionelle Investoren. 

Statistisch spiegelte sich der Ankauf in einem starken Anteil der Nutzungsart „Logistik und Industrie“ wider. In den ersten sechs Monaten 2026 entfielen 2,6 Mrd. Euro beziehungsweise 21 Prozent des gewerblichen Investmentvolumens auf Logistikimmobilien. Damit lag Logistik nur knapp hinter Büroimmobilien, die mit 2,78 Mrd. Euro auf einen Anteil von 22 Prozent kamen. 

Die im ersten Quartal registrierten Healthcare-Portfoliotransaktionen beeinflussen die Statistik weiterhin deutlich. Mit einem Volumen von 5,16 Mrd. Euro und einem Anteil von 41 Prozent blieb die Kategorie „Sonstige Immobilien“ die dominierende Nutzungsart. Büro und Logistik folgten auf den weiteren Plätzen. 

Simon Jeschioro, Head of Capital Markets & Investment Advisory Germany bei Cushman & Wakefield: 
"Oft sind überschwappende Effekte aus dem jeweiligen Vorjahr für hohe Transaktionsvolumina gerade im ersten Quartal eines Jahres gerade in den großen Metropolen verantwortlich, so auch 2026. Dieser Trend zeigt sich auch in Düsseldorf:  Offenbar ist es aktuell so, dass in Düsseldorf Suchprofile potenzieller Investoren - langfristige Mietverträge mit Core-Mietern in guten Lagen - mit den vorhandenen Produkten besonders gut übereinstimmen. Dass das allerdings nicht nur in Düsseldorf der Fall ist, zeigen auch die jeweils größten Transaktionen des ersten Halbjahres in Hamburg, München, Berlin und Frankfurt: es sind im Wesentlichen vollvermietete Bürogebäude, teilweise mit Single Tenant - Nutzung, die neue Eigentümer gefunden haben.“ 

Zu den prominentesten Beispielen zählen der Kauf des Deutsche Bank Hauptsitzes am Alter Wall 37 – 53 in Hamburg durch Art-Invest, der Erwerb des Objekts Prinzregentenplatz 7-9 in München durch CONREN Land, die Berlin Decks - Gebäude 1 und 2, sowie der Kauf des „Fifty Avon“ an der Mainzer Landstraße 50 in Frankfurt durch die DZ Bank. Die Bank wird das Gebäude in unmittelbarer Nähe ihres Hauptsitzes als Erweiterungsfläche nutzen.

Selektive Investitionsstrategie bleibt entscheidend

Auf Käuferseite bleiben nach Einschätzung von Cushman & Wakefield die sorgfältige Auswahl geeigneter Anlageobjekte und das gezielte Wahrnehmen von Opportunitäten entscheidend. Je nach Marktphase kann dies in einzelnen Quartalen zu größeren Volumina in unterschiedlichen Städten oder Assetklassen führen. 

Simon Jeschioro sagt: „Allgemein gilt: Märkte mit soliden Angebots- und Nachfragefundamenten, nachhaltigem Mietwachstum und hochwertigen Beständen profitieren weiterhin. Einige Investoren setzen verstärkt auf Sektoren wie Logistik oder Wohnen. Auch bei Retail-Assets sehen wir insgesamt eine gesunde Nachfrage sowie einige Angebote, die in der zweiten Jahreshälfte in Form von größeren Einzel- und Portfoliotransaktionen zum Abschluss kommen könnten. Gleichzeitig steigen wieder mehr Käufer selektiv in Büroimmobilien ein, sofern die Fundamentaldaten einen langfristigen Werterhalt und Wertzuwachs unterstützen.“

Über Cushman & Wakefield

Cushman & Wakefield (NYSE: CWK) zählt zu den führenden globalen Immobiliendienstleistern und bietet Unternehmen und Investoren mit ca. 53.000 Mitarbeitern in über 350 Niederlassungen und knapp 60 Ländern Services rund um ihre Immobilien-Belange. In Deutschland ist das Unternehmen mit Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München vertreten. Im Jahr 2025 betrug der weltweite Umsatz des Unternehmens 10,3 Milliarden US-Dollar in seinen Kerngeschäftsbereichen Services, Leasing, Capital Markets sowie Valuation und andere. Darüber hinaus erhält das Unternehmen zahlreiche Auszeichnungen für seine Kultur, die von der Überzeugung Better never settles geprägt ist. Erfahren Sie mehr auf www.cushmanwakefield.com. 

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