Gesamttransaktionsvolumen erreicht nach neun Monaten rund 2,14 Mrd. Euro und übertrifft die jeweiligen Gesamtjahre 2023, 2024, 2025
- Transaktionsvolumen auf dem deutschen Gesundheitsimmobilienmarkt bei 318 Mio. Euro in Q3 2026
- Neunmonatsvolumen mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum
- Spitzenrenditen bleiben stabil: Pflegeheime 5,10 Prozent
- Portfoliotransaktionen im Bereich der Pflegeimmobilien treiben Transaktionsvolumen
Cushman & Wakefield verzeichnete am deutschen Gesundheitsimmobilienmarkt* im dritten Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von rund 318 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten 2026 summierte sich das Transaktionsvolumen damit auf rund 2,14 Mrd. Euro – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (rund 1,02 Mrd. Euro). Damit liegt das Investmentvolumen bereits über dem der Gesamtjahre 2023, 2024 und 2025 sowie bereits gut 11 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt der Gesamtjahre 2021–2025 (rund 1,92 Mrd. Euro).
Jan-Bastian Knod, Head of Healthcare Advisory bei Cushman & Wakefield: „Im dritten Quartal setzte sich die Entwicklung der vorangegangenen zwei Quartale konsequent fort. Transaktionen finden im neuen Marktzyklus, geprägt von veränderten Kapitalflüssen, Neubewertung von Immobilien und veränderten Kapitalanforderungen ist, vermehrt statt. Es ist Liquidität von nationalen sowie insbesondere internationalen Investoren für die Assetklassen vorhanden und die neue Marktlage ermöglicht Investitionen zu attraktiven Konditionen. Vor allem für internationale Kapitalquellen ergibt sich die Möglichkeit, einen attraktiver Einstieg in den deutschen Gesundheitsimmobilienmarkt zu finden.“
Portfoliotransaktionen prägen das dritte Quartal, internationales Kapital dominiert
Das Ergebnis des dritten Quartals ist geprägt von vier Portfoliotransaktionen, allesamt im Bereich der Pflegeimmobilien, die knapp 78 Prozent des Transaktionsvolumens im Quartal ausmachen,. Das größte Transaktionsvolumen vereinte die Übernahme von neun Pflegeeinrichtungen der Integra-Gruppe durch Elevation Advisors auf sich. Nicht zuletzt auf Basis dieser Transaktion dominiert internationales Kapital das Transaktionsvolumen in diesem Quartal mit einem Anteil von knapp 72 Prozent. Bezogen auf die ersten neun Monate entfielen rund 66 Prozent des Volumens auf internationale Investoren und rund 77 Prozent auf Portfoliotransaktionen.
Im dritten Quartal 2026 entfielen rund 270 Mio. Euro auf Pflegeimmobilien (davon 239 Mio. Euro auf Pflegeheime, 31 Mio. Euro auf Einrichtungen im Bereich Betreutes Wohnen) sowie rund 48 Mio. Euro auf medizinische Versorgungseinrichtungen (29 Mio. Euro stationär, 19 Mio. Euro ambulant). Kumuliert über die ersten neun Monate erreichen Pflegeimmobilien rund 1,29 Mrd. Euro.
Spitzenrenditen bleiben weiterhin stabil
Die Spitzenrenditen für Gesundheitsimmobilien verharren weiter auf einem stabilen Niveau: Pflegeheime verzeichnen 5,10 Prozent, Seniorenresidenzen im Segment Betreutes Wohnen 4,50 Prozent, ambulante medizinische Versorgungseinrichtungen (MVZ) 4,75 Prozent sowie stationäre medizinische Versorgungseinrichtungen (Kliniken) 5,75 Prozent. Bis Jahresende 2026 ist weiter von stabilen Renditeniveaus auszugehen.
Cushman & Wakefield Healthcare Report 2026: Gesundheitsimmobilien als strategischer Portfoliobaustein
Die Ergebnisse des dritten Quartals unterstreichen die Kernaussagen des im September 2026 veröffentlichten Healthcare Report von Cushman & Wakefield. Gesundheitsimmobilien haben sich zu einer der strukturell attraktivsten Assetklassen in Deutschland entwickelt und gewinnen für institutionelle Investoren zunehmend an Allokationsrelevanz. Getragen vom demografischen Wandel, steigender Pflegebedürftigkeit sowie politischen Leitlinien wie „ambulant vor stationär“ und „Reha vor Rente“ erzielen Pflegeimmobilien und Betreutes Wohnen, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen langfristig stabile, weitgehend konjunkturunabhängige Erträge. Alle drei Segmente sind laut Report von einem knappen Angebot geprägt: Die seit Jahren geringe Neubautätigkeit trifft auf eine wachsende Nachfrage, was die Renditen stabilisiert und Bestandsinvestments zusätzlich attraktiv macht. Besonders dynamisch entwickelt sich die ambulante Versorgung – die Zahl der MVZ hat sich seit 2014 auf knapp 5.100 Einrichtungen (2024) mehr als verdoppelt. Mittelfristig erwartet Cushman & Wakefield eine weitere Ausweitung der Transaktionsaktivität, unter anderem durch Projektentwicklungen und Joint-Venture-Strukturen sowie die Umnutzung von Bestandsimmobilien.
Jan-Bastian Knod kommentiert abschließend: „Die zweite Jahreshälfte 2026 setzt den Kurs des neuen Marktzyklus unverändert fort; insbesondere internationale Kapitalquellen sind sehr aktiv und investieren in deutsche Gesundheitsimmobilien. Wir erwarten zum Jahresende weitere Abschlüsse, sodass damit möglicherweise das Gesamttransaktionsvolumen von rund 2,35 Mrd. Euro aus dem Jahr 2022 übertroffen werden könnte.“
*Pflegeheime, Seniorenresidenzen im Segment Betreutes Wohnen, ambulante medizinische Versorgungseinrichtungen (MVZ) sowie stationäre medizinische Versorgungseinrichtungen (Regelkliniken, Rehakliniken)