Der Frankfurter Büroflächenumsatz (Stadtgebiet Frankfurt sowie Offenbach-Kaiserlei und Eschborn) aus Neuvermietungen und Eigennutzungen belief sich im 1. Halbjahr 2026 nach Auswertungen von Cushman & Wakefield auf rund 145.200 m². Damit liegt das Umsatzvolumen deutlich unter dem hohen Vorjahresergebnis (Q1-2 2025: 338.600 m²) und markiert einen Rückgang von rund 57 Prozent im Jahresvergleich.
Flächenumsatz unter außergewöhnlich starkem Vorjahreswert
Das Ergebnis des 1. Halbjahres liegt 31 Prozent unter dem 5-Jahresdurchschnitt (211.600 m²), der 10-Jahresdurchschnitt (214.100 m²) wurde um 32 Prozent verfehlt. Im 2. Quartal 2026 wurde ein Flächenumsatz von rund 78.000 m² erzielt, damit 16 Prozent mehr als im Vorquartal (Q1 2026: 67.200 m²), jedoch 46 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal (Q2 2025: 144.000 m²).
Die Marktentwicklung im bisherigen Jahresverlauf unterstreicht die derzeit zurückhaltende Flächenstrategie vieler Unternehmen. „Der Frankfurter Bürovermietungsmarkt zeigt sich zur Jahresmitte weiterhin selektiv, Flächenentscheidungen werden nach wie vor sorgfältig abgewogen. Die Nachfrage konzentriert sich unverändert auf qualitativ hochwertige Flächen in guten Lagen. Entscheidungen wie ‚stay‘ – in den alten Flächen, freilich mit geänderten Konditionen inklusive einer Anpassung der Flächengestaltung versus ‚go‘ – den Umzug in neue Flächen durchführen - benötigen insgesamt mehr Vorlaufzeit als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig sehen wir, dass moderne und marktgerechte Flächen weiterhin Abnehmer finden und insbesondere im Spitzensegment Mietpreissteigerungen möglich bleiben“, kommentiert Hanjo Theiss, Head of Office Agency & Office Sector Germany sowie Head of Office Agency Frankfurt bei Cushman & Wakefield.
Die größte Anmietung des 1. Halbjahres entfiel auf den Abschluss der DZ Bank aus dem 1. Quartal, die im Objekt „Fifty Avon“ an der Mainzer Landstraße 50 im Bankenviertel rund 20.800 m² Bürofläche im Rahmen einer Eigennutzung belegt. Zu den weiteren bedeutenden Abschlüssen zählen unter anderem die Anmietungen der Fraport AG im „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen mit rund 5.800 m² sowie der Anwaltskanzlei Wilkie Farr & Gallagher in der Projektentwicklung am Opernplatz 2 im Bankenviertel mit rund 5.300 m² aus dem 2. Quartal.
Spitzenmiete steigt weiter
Die anhaltende Konzentration der Nachfrage auf moderne und hochwertige Flächen wirkt sich weiterhin auf das Mietpreisniveau aus. Die nachhaltig erzielbare Spitzenmiete stieg zum Ende des 2. Quartals 2026 auf 53,00 Euro/ m²/ Monat und liegt damit 4 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die flächengewichtete Durchschnittsmiete notiert dagegen bei 29,10 Euro/ m²/ Monat und liegt damit 10 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums, der, vor allem auch durch die großvolumigen Abschlüsse in der City / Bankenlage u.a. der Commerzbank, der ING DiBa oder der KPMG bestimmt wurden.
Hanjo Theiss ergänzt: „Zwischen Spitzen- und Durchschnittsmiete zeigt sich derzeit eine zunehmende Differenzierung des Marktes. Während erstklassige Flächen in zentralen Lagen weiterhin hohe Preise erzielen, bleibt die Preisentwicklung in vielen Bestandssegmenten deutlich moderater. Qualität, Energieeffizienz und Lage gewinnen für Nutzerentscheidungen weiter an Bedeutung.“
Steigender Leerstand vor allem in Bestandsgebäuden – Moderne Neubauflächen weiterhin nur begrenzt vorhanden
Der Büroflächenleerstand in Frankfurt lag Ende Juni 2026 bei rund 1,41 Mio. m². Die Leerstandsquote erhöhte sich auf 12,1 Prozent und liegt damit einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Der Anstieg des Leerstands ist vor allem auf zusätzliche verfügbare Flächen in Bestandsgebäuden zurückzuführen. Gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit moderner Flächen in den gefragten Frankfurter Teilmärkten weiterhin deutlich begrenzter als es die Leerstandsquote des Gesamtmarktes vermuten lässt.
Die Bauaktivität bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Zur Jahresmitte befanden sich im Frankfurter Marktgebiet rund 374.700 m² Bürofläche im Bau. Von den im Bau befindlichen Flächen sind bereits 70 Prozent vorvermietet oder eigengenutzt. Damit liegt der Vermietungsstand um 6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und bestätigt die weiterhin hohe Nachfrage nach modernen Neubauflächen.
Im 1. Halbjahr 2026 wurden insgesamt rund 51.000 m² neue Büroflächen fertiggestellt. Das Volumen liegt damit deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Zu den Fertigstellungen des 2. Quartals gehört das vollvermietete Bürogebäude „Phoenix“ im Teilmarkt Eschborn mit einer Bürofläche von 13.700 m².
Ausblick – Rekord-Umsatzvolumen des Vorjahres steht 2026 nicht zur Disposition
„Für die zweite Jahreshälfte dürfte die Entwicklung des Frankfurter Büromarktes weiterhin stark von qualitativen Unterschieden innerhalb des Flächenangebots geprägt werden. Während moderne, ESG-konforme und gut angebundene Flächen nach wie vor auf eine solide Nachfrage treffen, stehen viele ältere Bestandsflächen unter zunehmendem Wettbewerbsdruck. Die hohe Vorvermietungsquote laufender Projektentwicklungen zeigt zu-gleich, dass Nutzer bei langfristigen Standortentscheidungen weiterhin bereit sind, hochwertige Flächen frühzei-tig zu sichern“, so Hanjo Theiss abschließend.