Pflegeimmobilienmarkt-Report

Simon Jeschioro • 10/8/2018
Politisches Streit- und Wahlkampfthema, Pflegekräftemangel und Pflegebedarfsüberhang, politisch motivierte Ambulantisierung der stationären Pflege, dazu sechszehn unterschiedliche, länderspezifische Heimgesetzgebungen und Verordnungen sowie kurz- und mittelfristiger Neubaubedarf, Renditen und Gemeinwohl – der deutsche Pflegemarkt genießt eine nie dagewesene nationale wie auch internationale öffentliche Aufmerksamkeit.

Der Pflegeimmobilienmarkt in Deutschland - Chancen und Herausforderungen einer aufstrebenden Assetklasse

Politisches Streit- und Wahlkampfthema, Pflegekräftemangel und Pflegebedarfsüberhang, politisch motivierte Ambulantisierung der stationärenPflege, dazu sechszehn unterschiedliche, länderspezifische Heimgesetzgebungen und Verordnungen sowie kurz und mittelfristiger Neubaubedarf, Renditen und Gemeinwohl - der deutsche Pflegemarkt genießt eine nie dagewesene nationale wie auch internationale öffentliche Aufmerksamkeit.

Es ist nicht lange her, dass man von dem demografischen Wandel sprach, als wäre er nur ein theoretisches Phänomen. Doch mittlerweile wird aus Theorie Praxis – Deutschlands Bevölkerung wird wegen des signifikanten medizinisch-therapeutischen Fortschritts immer älter und der Anteil der Hochbetagten an der Gesamtbevölkerung immer größer. Damit einher geht auch die gestiegene Wahrscheinlichkeit mit zunehmenden Alter pflegebedürftig zu werden. Im Vergleich zu 2015 wird die Anzahl an Pflegebedürftigen gemäß Vorausberechnungen des
Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung bis 2030 um weitere 27 % auf 3,62 Millionen Menschen und bis 2060 sogar um 70 % auf dann 4,82 Millionen ansteigen. Ein Wachstumsmarkt mit vielen Herausforderungen, aber auch vielen Chancen, denn derzeit fehlt es schlicht und ergreifend an einer ausreichenden Anzahl an geeigneten Pflegeeinrichtungen.

Ganz gleich, ob (teil-)stationäre oder ambulante Pflegeleistungen, ohne kurz-, mitte- lund langfristige Investitionen ist eine Unterversorgung
unausweichlich. Um eine nachfragegerechte Pflegelandschaft in Deutschland gewährleisten zu können, sind massive Investitionen in Immobilien sowie in Maßnahmen zur Beseitigung des Personalnotstandes notwendig.

Die öffentlich-rechtlichen Träger und die sozialen Sicherungssysteme sind aufgrund der abnehmenden Zahl der Beitragszahler und der zunehmenden Anzahl der Leistungsbezieher finanziell limitiert. Der dringend benötigte Investitionsbedarf in eine nachhaltig adäquate und bezahlbare Pflegeinfrastruktur wird nur dann durch privates Kapital zur Verfügung gestellt, wenn die Marktakteure in einem langfristig verbindlichen und verlässlichen Rechtsrahmen agieren können und die Risikoprämie auf das eingesetzte Eigenkapital marktgerecht verzinst wird.

Deutschlands Wachstumsmarkt Nummer eins ist in Bewegung. Das zeigt nicht nur die aktuelle politisch (über-) motivierte Diskussion, sondern auch die Konsolidierungen im noch stark fragmentierten Betreibermarkt sowie das zunehmende Interesse institutioneller und langfristig orientierter (Immobilien-)Investoren an dieser Anlageklasse. Damit der Pflegemarkt auch ein wettbewerblicher Markt bleibt, der kreative und alternative, neue Betreuungs- und Wohnkonzepte für pflegebedürftige Menschen hervorbringt und so zur Verzahnung von ambulanten
und stationären Dienstleistungsangeboten beitragen kann, bedarf es aber deutlich weniger regulatorischer Eingriffe aus planwirtschaftlicher Sicht.

In diesem Sinne wünschen wir Ihneneine spannende Lektüre unseres neuen Pflegemarkt-Reports und hoffen, Ihnen damit einige interessante Erkenntnisse mit auf den Weg geben zu können.